Gertrud „Godavari“ Glass

geboren am 01.06.1937

gestorben am 09.04.2016

 

Wir verabschieden uns am 1. Juni 2016

um 15 Uhr auf der Insel im Park.

 

Ursel Mans, Godavari mit Muschelhorn

Wir sind traurig, dass sie von uns gegangen ist und wir sind glücklich, dass es so leicht und friedlich im Kreis ihrer Lieben geschehen konnte.

Unsere Mutter, Großmutter und liebe Mitbewohnerin der Lebenstraumgemeinschaft hat seit

längerer Zeit an den Folgen ihrer Herzschwäche und einer Verengung des Wirbelkanals gelitten, was zunehmend ihre Beweglichkeit eingeschränkt hat und oft mit Schmerzen verbunden war. Sie hat dieses Leiden akzeptiert und sich selbst scherzhaft als „Pionierin der Gebrechlichkeit“ bezeichnet.

In ihrem weiten Herzen hat sie viele Menschen aufgenommen und durch ihre strahlenden Augen ist etwas von der Liebe sichtbar geworden, mit der sie der Welt begegnet ist. Ihren Garten hat sie mit großer Liebe und Sorgfalt gepflegt, selbst dann noch, als sie auf Unterstützung angewiesen war und nicht mehr allein die Arbeiten verrichten konnte.

In den letzten Wochen und Monaten sind ihre Kräfte sichtbar geschwunden und es wurde notwendig, zusätzlich zur Betreuung und Versorgung durch viele HelferInnen aus der Gemeinschaft einen ambulanten Pflegedienst einzuschalten. Nicht zuletzt durch die Anwesenheit ihrer Enkelinnen Clara und Marlene und ihrer Tochter Katja war sie in dieser für sie nicht leichten Zeit sicher im Schoß ihrer Lieben geborgen.

Es gab Momente auf ihrem Leidensweg, wo sie meinte, dies alles nicht mehr ertragen zu können. Ihr Verstand gab ihr die Möglichkeit ein, freiwillig aus dem Leben zu scheiden, um dieses Leiden zu beenden. In vielen Gesprächen mit ihren vertrauten FreundInnen hat sie dieses Thema bewegt.

Wir sind dankbar und froh, dass es anders gekommen ist. Ihre Seele, ihr Höheres Selbst, hat für sie eine andere Entscheidung getroffen, die wir alle aus vollem Herzen unterstützt und mitgetragen haben.

Sie hat ihren zunehmenden Verfall still akzeptiert, wohl wissend, dass hinter dem sich auflösenden Körper etwas Größeres und unendlich Kostbareres sichtbar wird. So war es dann auch kein Zufall, dass sich am Nachmittag des 09. April fünfzehn Uhr Menschen aus der Gemeinschaft bei Godavari einfanden, um gemeinsam mit Katja und Marlene Mantren und Fährlieder zu singen. Wir alle kannten ihre große Begeisterung für die Musik, für das Singen, das sie selbst so oft auf ihrem Harmonium begleitet und angeleitet hat.

Das, was in dieser Nachmittagsstunde in ihrer Gegenwart entstand, lässt sich mit Worten nicht wiedergeben. Getragen von einem Gesang, der nicht nur die Stimmen, sondern auch die Herzen der Anwesenden vereinte, entstand ein wunderbares Feld der Liebe und des Friedens, das es Godavari ermöglichte, sich aus ihrer Form zu befreien und ihre Seele fliegen zu lassen, in das Land, das ihre eigentliche Heimat ist. Wir sind dankbar, dass wir sie dabei begleiten durften.

In stiller Freude ihre Familie Katja, Clara und Marlene und die Familie der Gemeinschaft