Willkommen

Die Idee
Immer mehr Menschen suchen in ihrem Leben nach Veränderung, da sie im bewussten Gegensatz zu den isolierenden Tendenzen in der Gesellschaft ihr Leben gemeinsam gestalten wollen. Um dies verwirklichen zu können, haben sieben Frauen im Jahre 2001 ein Rittergut in Jahnishausen bei Riesa ersteigert. Damit schufen sie die Voraussetzung zur Gründung unserer Gemeinschaft, in der alle Generationen zusammen leben können.

Das Leben in Gemeinschaft
Bedingt durch die unterschiedliche Altersstruktur, die jeweilige Herkunft und den Platz, den jeder Mensch hier einnimmt, gibt es viel Unterschiedliches, Vielfältiges, Außergewöhnliches und Alltägliches, Menschliches, Mutiges und Vorsichtiges, Achtsames und Gleichgültiges, Heiteres und Trauriges – eben alles, was zum Leben gehört, wenn es in seinem Ausdruck nicht behindert wird.

Zwei Pole wollen zusammengebracht werden: persönliche, individuelle Entwicklungswege und die Gemeinschaftsbildung. Dabei lassen wir uns leiten von Werten wie Gewaltfreiheit, Selbstverantwortung, Achtsamkeit, Toleranz und Achtung der gesamten Schöpfung gegenüber. Wir lernen voneinander, indem wir unsere verschiedenen Sicht- und Seinsweisen annehmen, ohne die eigene Ausrichtung zu verlassen. Geistige Freiheit in allen Bereichen, auch auf dem spirituellen Weg, ermöglicht Weite und Offenheit für Neues. Die Vielfalt stellt uns immer wieder vor neue Herausforderungen. Trotz aller Unterschiedlichkeit versuchen wir die Gemeinsamkeiten zwischen uns zu finden und zu würdigen.

Wöchentlich treffen wir uns zu Gemeinschaftszeiten. Es braucht viel Raum und Bereitschaft zur inneren Entwicklung und das Einlassen in Gruppenprozesse, um die Verbindung zwischen Individualität und Verbundenheit zu erfahren. Dazu nutzen wir unterschiedliche „Werkzeuge“ in der Gruppenarbeit wie Gemeinschaftsbildungsprozess nach Scott Peck und das Forum.

Monatlich findet ein Plenum statt, wo Fragen des praktischen Zusammenlebens geregelt werden, Planungen initiiert und Beschlüsse gefasst werden. Entscheidungen von größerer Tragweite werden grundsätzlich im Konsens getroffen. Bei Bedarf bilden sich Arbeitsgruppen, die Entscheidungen für das Plenum vorbereiten.

Mehrmals jährlich trifft sich die Gemeinschaft zu Intensivzeiten bzw. Supervisionen um noch tiefer in Gruppenprozesse einzusteigen und kreative Möglichkeiten der Konfliktbearbeitung zu erproben.

Wir haben erfahren, dass diese Instrumente für unser Gemeinschaftsleben sehr essentiell sind und unsere Verbundenheit untereinander stärken.
Gemeinschaftsinteressierte laden wir regelmäßig zu Info-Wochenende und offenen Samstagen ein.
> Info-Wochenenden
> offenen Samstag

Die Organisationsform
Jede Gemeinschaft benötigt einen Rahmen, in dem sie lebt und handelt. Wir haben uns für die Rechtsform einer Genossenschaft entschieden, bei der alle Genossenschafter/-innen auch Miteigentümer/-innen sind. Bei der Aufnahme ist eine Genossenschaftseinlage zu zahlen. Dadurch erhält jedes Mitglied gleiche Rechte und trägt die gleiche Verantwortung.

Ökologie
Der ressourcenschonende Umgang mit Energie und Wasser ist ein Element unseres Energiekonzeptes. Bedingt durch die vorhandene historische Bausubstanz des Rittergutes haben wir besondere Konzepte des ökologischen Bauens entwickelt – z. B. besondere Wärmedämmung, die Auswahl von Baumaterialien und verschiedene Recycling-Systeme. Das Abwasser aus Dusche und Waschmaschine wird einer Pflanzen-Kläranlage zugeführt. Eine zentrale Niedrigtemperatur-Heizanlage wird mit Holzhackschnitzeln betrieben. Mit zugeschalteten Sonnenkollektoren wird in ihr auch ressourcensparend Warmwasser produziert. Eine Photovoltaik-Anlage versorgt uns vorerst nicht mit Strom, sondern sorgt mit dem Verkauf für zusätzliche Einnahmen.

Die gemeinsame Nutzung von Fahrzeugen und Waschmaschinen ist ein weiteres Element zum nachhaltigen Handeln.

Unser Garten wird biologisch bewirtschaftet. Von der Gärtnerin beziehen wir für unser vegetarisches Vollwertessen täglich frisch geerntete Produkte, die wir in unsere Küche gemeinsam für alle zubereiten.

Die Gemeinschaft Jahnishausen ist ein Ökodorf

Vor dem Hintergrund der Verknappung fossiler Ressourcen und des sich beschleunigenden Klimawandels wollen wir die Ideen der Transition-Town-Bewegung in unserer Gemeinschaft und darüber hinaus in unserem Ort und unserer Region verwirklichen. Dazu bedarf es der Vernetzung mit Gruppen gleicher Zielrichtung.  Einige Gemeinschaftsmitglieder haben aus diesem Grunde im Mai 2009 das Elbland Forum e.V. mitbegründet.

Ökonomie
Alle Gemeinschaftsmitglieder gehören der Genossenschaft an und sind gemeinsam Eigentümer/-innen der „Gut Jahnishausen eG“.

Die Genossenschaft und die Gemeinschaft kann sich momentan nur tragen und entwickeln, wenn wir unsere Arbeitskraft je nach Fähigkeit unbezahlt einbringen. Unser Ziel ist es, einige der Arbeiten künftig vergüten zu können

Innerhalb der Gemeinschaft gibt es keine nennenswerten Verdienstmöglichkeiten, deshalb ist jede/r aufgefordert eigenverantwortlich für seinen Lebensunterhalt zu sorgen. Wir unterstützen Menschen, die sich bei uns einen Arbeitsplatz schaffen möchten. So haben sich ein Goldschmied und Landschaftsgärtner,  eine Heilpraktikerin für Psychotherapie und Biodanzaleiterin etablieren können. Ausserdem bietet
eine Gruppe von Gemeinschaftsmitgliedern hier am Platz und Bundesweit Seminare zum
Thema Community Building an.

Entwicklung
Die Gemeinschaft vergrößert sich kontinuierlich. Mittlerweile leben hier am Platz 44 Erwachsene und 8 Kinder (Stand Mai 2017).            Unser Platz bietet gleichermaßen Raum für junge und  ältere Menschen.