Liebe Interessierte am Leben in der Lebenstraum Gemeinschaft,
auch wenn sich unsere Gemeinschaft in den letzten Jahren bei Entscheidungen zu großen Bauprojekten schwer getan hat, bei kleinen klappt es immer wieder gut. Wertvolle Hinweise für neue Weichenstellungen zum ersteren Problem erhielten wir in einem Supervisions-Wochenende mit Eva Stützel. Außerdem wurden Schlosspark und Dachböden aufgeräumt, wir lauschten dem Liebesleben der Vögel und feierten Emilias Gang über die Brücke von der Kindheit zum Erwachsenwerden.
Ostermontag auf der neuen Terrasse an der Dorfstraße
Heute ließ der Frühling sein blaues Band so richtig durch die Lüfte flattern (Tja, ganz schön windig war’s …), und dann diese süßen Düfte von Kaffee und selbstgebackenem Kuchen! Die Gäste aus dem Dorf kamen zuhauf, um zusammen mit der Gemeinschaft den Frühling und die Einweihung der Terrasse vorm Südstall zu feiern.
Initiiert hatten das drei Frauen aus dem Ortschaftsrat, zu denen auch Anja aus der Gemeinschaft gehört. Das ruft jedenfalls nach Wiederholung. Danke an das Organisationsteam.
Intensivtag 7. März
Diesmal wurde der Intensivtag mehrgleisig gelebt. Einige Gruppen widmeten sich dem Frühjahrsputz mit Außenarbeiten und Entrümpeln des Dachbodens im Haus 6. Die Kinder beräumten und putzten ihr Spielhaus.
Und eine Gruppe befasste sich in der Falknerei mit den Grundlagen unseres Gemeinschaftslebens. Dabei brachte Inka, eine der Gründerinnen, die ursprünglichen Commitments ins Gespräch, die bereits 1998 in Vorbereitung der Gemeinschaftsgründung entwickelt worden waren.
Diese Commitments sind zwar für alle Gemeinschaftsmitglieder auf dem Server zugänglich, aber kaum jemand hatte sie bisher ernsthaft wahrgenommen. Das war ein wichtiger Impuls, auf den wir unseren Blick wieder neu ausrichten wollen. Zum Abschluss wurden alle Aktivitäten ausgewertet und gewürdigt.
Erleichterungen für den Ginkgo
Mehr als 30 Gärtnerinnen und Gärtner für einen Tag hatten sich am letzten Samstag im März in Jahnishausen eingefunden. Inzwischen ist das Parkseminar unseres Kulturvereins ADJ im Frühjahr zur Pflege und Erhaltung des altehrwürdigen Schlossparks fast schon eine kleine Tradition.
Kooperationspartner ist dabei der Landesverein Sächsischer Heimatschutz. Diesmal wurden die Ufer an der kleinen Pavillon-Insel befestigt. Die Seminarteilnehmer markierten „Zukunftsbäume“, entfernten wilde Schösslinge an den Parkrändern und zogen eine Abgrenzung rings um den Ginkgo.
Damit soll dafür gesorgt werden, dass sich die Erde um das Wurzelwerk des gut 200 Jahre alten Nationalerbe-Baumes nicht weiter verdichtet.
Unter den Gärtnern waren auch diesmal mit ehemaligen Leitern Botanischer Gärten absolute Park- und Gartenspezialisten in Jahnishausen. Inzwischen blickt der Landesverein Sächsischer Heimatschutz auf fast 50 Jahre Parkseminare zurück. Bemerkenswert: Was schon 1979 in Sachsen begann, ist inzwischen ein Erfolgsrezept für die gesamte Bundesrepublik geworden.
Das Liebesleben der Vögel
Mit dem Gezwitscher der Mönchsgrasmücke (aus dem Smartphone) leitete Dr. Ernst Paul Dörfler seine Lesung am 18. April vor dem Schloss Jahnishausen ein.
Treue Amseln, Meisen mit Vaterkomplex und polygame Wachteln – das Liebesleben der Vögel ist variantenreich und immer wieder überraschend. Der bekannte Umweltautor stellte sein neues Buch vor und erzählte uns an diesem Nachmittag, wie nicht nur wir Menschen sehr unterschiedliche partnerschaftliche Beziehungen haben, sondern auch die verschiedenen Vogelarten.
In „Das Liebesleben der Vögel“ verrät er uns intime Geschichten aus dem „Privatleben“ unserer liebsten Nachbarn. Von der Amsel bis zum Zaunkönig durchleuchtet er die heimischen Vögel und stellt verblüffende Parallelen in Charakter und Verhalten zwischen Vogel und Mensch fest.
Beim anschließenden Spaziergang durch Schlosspark und Auenwald gab es zahlreiche Hörproben live.
Hier kann man übrigens die Mönchsgrasmücke als Konserve hören:
www.youtube.com/watch?v=4lS-oYFBv4k
Eine neue Eingangstür für das Gutshaus
So hat die Tür zum Gutshaus vermutlich noch nie gestrahlt. Besonders Peter ist es ein wichtiges Anliegen, so viel wie möglich von der alten Bausubstanz unserer zahlreichen Gebäude zu erhalten.
Diese Tür hatte er allerdings aus dem alten Dorfgasthaus gerettet, als es vor zirka zwanzig Jahren abgerissen wurde.
Ein auf Denkmale spezialisierter Tischler hat sie nun aufgearbeitet. Die Öffnung in der Hauswand musste wieder auf Originalgröße verbreitert, die seitlichen Stützen aufgemauert und ein neuer Sturz daraufgesetzt werden.
Echte Schwerstarbeit, mit einem tollen Ergebnis.
Jemand soll gesagt haben: „Jetzt hat das Gutshaus seine Würde wiedererlangt.“
Wie wahr, viele alte Gebäude haben so etwas wie eine Würde – und wir geben sie ihnen Stück für Stück zurück.
Danke Peter für dein Engagement!
Bauprozesse voll verändern?
Es ist ein offenes Geheimnis: Wenn die Lebenstraumgemeinschaft bauen will, wird es schwierig. Jedenfalls seit dem Zeitpunkt, nachdem alle Gemeinschaftsmitglieder aus der „ersten Generation“ die ersten Häuser saniert und fortan erstmal ein Dach über dem Kopf hatten.
Schon einmal sollte danach weiter gebaut werden – doch das Projekt „Barrierefreier Ausbau des Pferdestalls“ fand keine tragfähige Mehrheit.
Seit 2022 begannen wiederum Bauvorbereitungen, diesmal für den Ausbau von Gutshaus Mitte zu Wohnraum für ca. 6 bis 8 neue Mitglieder. Auf keinen Fall sollten dabei die „Pferdestall-Versäumnisse“ wiederholt werden. Alle sollten mitgenommen und es sollte transparent informiert werden. Doch auch hier gab die vorbereitende Gruppe auf.
Hat unsere Gemeinschaft zu wenig Vertrauen bei delegierten Aufgaben? Sorgt das Finanzvolumen, mit dem solche Projekte auf Jahre hin zwangsläufig verbunden sind, für allzu große Unsicherheiten? Und dürfen nach gefassten Beschlüssen bei solcher Art von Bauprojekten dann doch alle permanent mitreden?
Für unsere Suche nach den Ursachen dieser Schwierigkeiten und nach möglichen Lehren daraus luden wir für Anfang April Eva Stützel zu einem Seminar ein.
Einige kennen sie als Mitbegründerin des Ökodorfs Sieben Linden und als Autorin des „Gemeinschaftskompasses“ und von „Macht voll verändern“ – wirklich wegweisende Bücher in Bezug auf gruppendynamische Prozesse in Gemeinschaften.
Um es vorweg zu nehmen: Die intensive Arbeit mit ihr über drei Tage hinweg verschaffte uns so manchen Lichtblick. Und sie ließ für viele der Teilnehmenden Weichenstellungen erkennen, die für unsere Gegebenheiten erfolgversprechend sein könnten.
Besonders interessant war das sogenannte „Systemische Konsensieren“. In Kleingruppen erarbeiteten wir, wohin wir uns bezüglich unserer Hofgebäude und in welchem Tempo wir uns als Gemeinschaft zahlenmäßig weiter entwickeln wollen.
Die Vorschläge aller acht Gruppen wurden vorgestellt und anschließend der jeweilige Widerstand auf einer Skala von Null bis Fünf abgefragt.
Den geringsten Widerstand fand schließlich ein Vorschlag, der in den nächsten Jahren das Wiederauffüllen unseres Wohnraums im Blick hatte und von einem perspektivischen Wachstum auf bis zu 70 Menschen ausgeht.
Uneins waren wir uns beispielsweise bei der Frage, ob wir angesichts unseres großen Anteils älterer Menschen tatsächlich junge Menschen und Menschen mittleren Alters bevorzugen sollten. Oder bringt letzte Gewissheit nicht doch immer der ungeschminkte Blick auf die jeweilige Persönlichkeit, die bei uns anklopft?
In weiteren Gruppen beschäftigten wir uns mit transparenten und immer wieder rückgekoppelten Schritten hin zu tragfähigen (Bau-)Entscheidungen. Überdies ging es um Ursachen von Nicht-Beteiligung an gemeinschaftlichen Prozessen und um Formen und Möglichkeiten von Wertschätzung und Kritik untereinander.
Am Ende stellte uns Eva Stützel schließlich noch Prinzipien und Vorteile soziokratischer Delegation vor, wie sie in Sieben Linden erarbeitet wurden.
Dass statt angestrebter Perfektion eher der soziokratische Leitsatz gilt, eine Entscheidung sollte „gut genug für jetzt und sicher genug zum Ausprobieren“ sein, dies gehört tatsächlich für viele schon zum Fundus erfolgreichen Vorankommens miteinander.
Auffällig war – so gut wie niemand von unseren jungen Familien war an diesem Wochenende beim Seminar dabei. Die Ursachen sind vielfältig, und doch wird deutlich, dass die alltägliche Belastung aus Berufsalltag, Kindererziehung und Gemeinschaftsleben nicht selten einfach zu groß ist.
Wahrhaftig, es gibt viel zu tun – doch dazu gehört auch, gut mit unseren Kräften zu haushalten. Und: die Freude an diesem wunderschönen Platz nicht zu kurz kommen zu lassen!
Neue Ufer
Was für ein Fest! Am 2. Mai feierte Emilia in und mit der Gemeinschaft und ihrer Familie ihre Jugendweihe.
Nicht wenige ältere Gemeinschaftsmitglieder kennen sie wahrhaftig von Kindesbeinen an, lebt sie doch schon seit 13 Jahren in Jahnishausen.
Ein anrührendes Ritual versinnbildlichte den vielzitierten Schritt aus der Kindheit in die Erwachsenenwelt: Emilia überquerte die Brücke hinter unserem Schloss von der „Kinder-Insel“ aus ans andere Ufer.
Dort empfingen sie ihre Eltern und die anderen Erwachsenen mit Blumen, herzlichen Worten und vielen guten Wünschen.
Mit einer gehörigen Portion Selbstbewusstsein geleitete Emilia ihre große Festgemeinschaft durch ihren Tag. Neben Speis und Trank und vielen schönen Begegnungen spielte das Duo „Harp and String“ in der Remise auf.
Ein Streichensemble aus Oschatz, in dem auch Mutter Anja mitspielt, überraschte Emilia und ihre Gäste mit einem wunderbaren kleinen Konzert im Café.
Und gefeiert wurde natürlich bis spät in die Nacht.
Kurzum – all dies war wahrhaftig ein Fest für die ganze Gemeinschaft. Ganz herzlichen Dank!
Qigong-Sommer im Gut Jahnishausen vom 23. bis 26. Juli 2026
Eine gute Gelegenheit, Jahnishausen einmal anders kennenzulernen.
Qigong ist ein ursprünglicher Bestandteil der Chinesischen Medizin und eine wirksame Methode der Gesunderhaltung im ganzheitlichen Sinn. Menschen aller Altersstufen können Qigong praktizieren.
Ein abwechslungsreiches Programm mit Übungen, Meditationen, Ausflügen und entspanntem Miteinander versprechen erlebnisreiche Tage.
Bis Ende April gibt es einen Frühbucherrabatt auf den Kursbeitrag.
Leitung:

Gerhard Bächer
Jahnishausen,
UHT Senior-Instructor,
anerkannter Qigong-Lehrer
und -Ausbilder BVTQ
www.eastside-tao.de

Marion Lowack
Berlin/Oschatz,
UHT Senior-Instructor,
Lehrkraft für Chen Taijiquan
www.tao-center-marzahn.de
Übernachtung in einfachen Zimmern, mit Zelt oder Wohnmobil; vegetarische Vollverpflegung.
Kontakt: es-tao@web.de oder 0176 4889 2712;
Termine
Wir freuen uns wieder auf interessierte BesucherInnen zu folgenden Terminen:
Offene Samstage jeweils 14:00 Uhr – 18:00 Uhr:
- 17.10.2026
Info-Wochenend-Termine 2026:
- 19.06.2026 um 17:00 Uhr – 21.06.2026 um 13:00 Uhr
- 07.08.2026 um 17:00 Uhr – 09.08.2026 um 13:00 Uhr
- 18.09.2026 um 18:00 Uhr – 20.09.2026 um 14:00 Uhr
Herzlich willkommen!


















