Die Schule läuft
Jahnishausen macht Schule!
Wir haben noch freie Plätze für das Schuljahr 2026/27!
Willkommen sind auch Quereinsteiger-Kinder von der 1. bis zur 4. Klasse.
Seit 2022 können Kinder wieder direkt in Jahnishausen zur Schule gehen: Eröffnet wurde in jenem Jahr die „Freie Auenwaldschule Jahnishausen“. Beheimatet ist diese Freie Schule in dem einstigen Dorfschulgebäude des Ortes, das seit seiner Wiederbelebung auch kontinuierlich ausgebaut wird, um heutigen Bedürfnissen und Standards gerecht zu werden.
Inzwischen sind im Erdgeschoss ein zweiter Lern- und ein Musikraum entstanden, so dass den derzeit 23 Kindern in ihren altersübergreifenden Lerngruppen genügend Raum zum Lernen und für Bewegung zur Verfügung steht. Geplant ist für 2027/28 im hinteren Teil der Schule der Anbau eines Wintergartens. Darin eingebettet sein soll dann auch die Ausgabenküche für das Mittagessen der Hortkinder. Derzeit lebt die Nachmittagsbetreuung noch ausschließlich vom Engagement der Eltern. Maßgeblich unterstützt wird der Schulverein durch Großförderer wie die Lommatzscher Pflege mit dem Leader-Projekt und die Stiftung Software AG sowie der Lebenstraumgemeinschaft Jahnishausen.
Der Start
Zustande kam dieses Schulprojekt durch die Initiative eines jungen Elternpaars aus der Lebenstraumgemeinschaft. Dank großer Unterstützung von interessierten Eltern im Umland, vor allem aber auch durch die finanzielle Unterstützung von Mitgliedern der Gemeinschaft, gelang es dem im Jahr 2019 neu gegründeten Verein „Freies Lernen Jahnishausen“ e.V. im Schuljahr 2022/23 die Genehmigung der Landesschulbehörde zu erhalten und so mit dem Unterrichten von Kindern der 1. bis zur 4. Klasse zu beginnen.
Ein Tag in der Freien Schule
Der Blick in den Stundenplan verrät, dass in der Freien Auenwaldschule Jahnishausen Bewegung ganz großgeschrieben wird: So beginnt schon der Treff im Morgenkreis um 8.00 Uhr mit einer Bewegungseinheit der Schülerinnen und Schüler, die sie dann auch den ganzen Tag über weiter begleitet. Ein großes Plus der Schule ist ihre unmittelbare Nähe zu Wald und Flur: Hier können die Kinder nach Herzenslust ihre natürliche Umgebung erkunden, können interessante Beobachtungen machen, forschen und experimentieren.
Begleitet werden sie dabei von einer jungen engagierten Lehrerin und unterstützenden pädagogischen Fachkräften, die auch musikalisch teilweise sehr versiert sind. Natürlich stehen auch Mathematik und Deutsch auf dem Tagesplan, darüber hinaus Werken, Gartenarbeit und die altersübergreifende Beschäftigung mit einem spannenden Wochenthema. Schulschluss ist täglich um 13 Uhr, danach beginnt die von den Eltern organisierte Nachmittagsbetreuung. Dabei gibt es tageweise AG-Angebote wie z.B. Einradfahren, Basteln, Kampeln, Acrylmalerei und natürlich auch freies Spiel.
Von Leseabend bis Lernfest
Höhepunkte im Schulleben der Grundschulkinder sind regelmäßige Exkursionen, die Betreuung des Jahnishausener Krötenzauns im Frühjahr, der gemeinsame Laternenumzug durchs Dorf mit Übernachtung und Leseabend in der Schule und nicht zuletzt die sehr anrührenden Lernfeste vor jedem Ferienbeginn. Mit viel Freude und Eifer vermitteln die Kinder dabei Eltern und Freunden der Schule alles, was sie in den letzten Wochen so gelernt haben – und so lernt mancher Erwachsene dabei durchaus noch dazu!
Mehr sowie Kontakt unter: www.freie-auenwaldschule.de

Kleinste Schule von Riesa hofft auf mehr Schüler ( Artikel aus der SZ von Eric Weser)
Die Auenwaldschule in Jahnishausen hat sich etabliert. Dennoch gibt es bei den Machern ein paar Sorgen.
Die Schulferien sind an diesem Freitag für die zwei Dutzend Schüler der
Freien Auenwaldschule im Riesaer Ortsteil Jahnishausen zum Greifen nah.
Einzig das Lernfest steht noch bevor: In der Schlosskirche gleich nebenan
geben die Mädchen und Jungen einen Einblick, was sie in den vergangenen
Wochen und Monaten so gelernt haben.
Eltern, Großeltern und Menschen aus dem Ort sind gekommen und sehen
kurze Vorführungen: Mal stimmen die Kinder die Melodie von Smetanas
„Moldau“ auf Keyboards an. Dann spielen sie dem Publikum Begriffe vor, die
es erraten soll. Später mimen zwei Jungs eine Szene in englischer Sprache.
Die Zuschauer honorieren die Darbietungen mit Applaus.
Im Publikum sitzen an diesem Vormittag auch Nadine Hauswald und Georg
Böse. Das Paar hat die Freie Auenwaldschule mit ins Leben gerufen. Noch
vor der Coronapandemie entstand die Idee dazu. Im Herbst 2019 wurde der
Trägerverein für die Schule gegründet.
Ende August 2022 ging die Schule tatsächlich an den Start. Zehn Kinder
waren es, die damals in die neue Schule aufgenommen wurden, deren
Besonderheit unter anderem darin besteht, dass nicht nach Klassenstufen
getrennt gelernt wird, sondern gemeinsam.
Bewährungsphase überstanden
Knapp dreieinhalb Jahre später hat sich die Auenwaldschule laut Nadine
Hauswald gut etabliert. 24 Kinder besuchen derzeit die Dorfschule. Die
Schüler kommen aus Riesa, aber auch aus Städten und Gemeinden im
Umland wie Nünchritz, Meißen oder gar Coswig. Um den Schulbetrieb
kümmert sich eine Handvoll Mitarbeiter, darunter vorwiegend Pädagogen.
Da die freie Schule sich über die dreijährige Wartefrist bewährt hat, gibt es
inzwischen auch höhere Zuschüsse vom Land Sachsen, sagt Georg Böse, der
inzwischen selbst Mitarbeiter beim Schulträger ist und sich um
Verwaltungsaufgaben kümmert.
Gewachsen ist seit dem Start nicht nur die Zahl der Schüler und
Beschäftigten beim Träger: Die Schule hat das Erdgeschoss des Gebäudes in
der Dorfmitte, das schon einmal Schule und auch Kindergarten war,
inzwischen gänzlich in Beschlag genommen.
Der Ausbau sei in den vergangenen Sommerferien gelaufen, erzählt Georg
Böse. Geholfen hätten Eltern aber auch Menschen aus der
Lebenstraumgemeinschaft, die seit 25 Jahren in Jahnishausen ansässig ist.
Das Werk der Helfer hat die Möglichkeiten der Schule erweitert: So gibt es
jetzt einen zusätzlichen Lernraum für die Schüler und auch ein
Musikzimmer.
Dahinter führt eine Tür ins Freie. Dort soll sich schon bald ein Wintergarten
mit Ausgabeküche anschließen. Die Räume seien Bedingungen für den Hort,
den die Schule voraussichtlich ab dem Schuljahr 2027/28 anbieten wolle,
erzählen die Schulgründer. Wie das Hortangebot einmal organisiert und
finanziert wird, daran tüftelt man beim Schulträger gerade. Derzeit laufe die
Nachmittagsbetreuung durch Eltern selbst organisiert.
Pläne für die nähere Zukunft hat die junge Schule also einige. Bis zu einem
gewissen Punkt hängen diese Vorhaben aber auch an den Schulerzählen,
machen die Gründer deutlich. Diese Zahlen würde man in Jahnishausen
gern ausbauen – und sich in Richtung einer zweiten Lerngruppe mit einer
weiteren Lehrkraft entwickeln.
Schüleranmeldungen für das nächste Schuljahr gebe es auch schon, erzählt
Nadine Hauswald. „Aber wir hätten gern noch mehr.“ Etwas traurig ist man
beim Schulverein darüber, dass viele Familien aus Orten wie Jahnishausen,
Nickritz oder Oelsitz andere Schulen für ihre Kinder bevorzugen würden.
Erstmals werden am Ende des Schuljahres zwei Kinder die Schule verlassen,
die ihre gesamte Grundschulzeit in der Auenwaldschule absolviert haben
werden. Auch die große Tochter von Nadine Hauswald und Georg Böse ist
dabei.
Fünf Kinder werden es insgesamt sein, die auf weiterführende Schulen
wechseln. Wohin die Schüler gehen, sei unterschiedlich: Von der L-Schule
über die Evangelische Werkschule im nordsächsischen Naundorf, das
Christliche Gymnasium Rudolf Stempel in Riesa oder das Landesgymnasium
St.-Afra-Gymnasium seien ganz unterschiedliche Einrichtungen dabei.
Vorerst haben die fünf Auenwald-Abgänger und ihre Mitschüler aber erst
einmal Ferien – wie alle Schulkinder in Sachsen. In die sind sie nach ihrem
Lernfest nämlich gestartet. Zeugnisse in traditioneller Form gab es für die
Jahnishausener Schüler übrigens nicht – so, wie es für sie in der
Auenwaldschule auch keine Noten gibt. Stattdessen erhielten sie aus den
Händen von Lehrerin und Schulleiterin Rosa Pietzsch einen individuellen
Brief, mit dem sie in die freie Zeit verabschiedet wurden.



