Liebe Interessierte am Leben in der Lebenstraumgemeinschaft,

gerade heute wurde der neue Heizkessel für unser Nahwärmenetz in Betrieb genommen, die neue

Solaranlage inklusive Speicher läuft im Probebetrieb, Südstall und Remise sind neu verputzt. Nach einer

intensiven Supervision nimmt das lokale „Wohnungskarussell“ Fahrt auf und wir freuen uns auf

zukünftige neue BewohnerInnen, die inzwischen im Status der Annäherung sind. Der Herbst in

Jahnishausen war intensiv, nun genießen wir die Winter-Ruhe – siehe weiter unten.

24 Jahre Lebenstraum Gemeinschaft – wir haben Geburtstag gefeiert!

Der Auftakt war für eine Geburtstagsfeier mal ein ganz untypischer: Wir begannen nämlich am Nachmittag mit einem Rundgang übers Gelände, um all das in Augenschein zu nehmen, was im letzten Jahr an Neuem entstanden oder was erhalten worden ist. Das reichte von dem neuen Heizkessel und der Solaranlage über die frisch verputzte Remise und Südstallfassade bis zu vielen erfreulichen Details an Gestaltung und Erhaltung im Gutshaus, im Storchenhaus und nicht zuletzt an unseren Garagen. Last but not least warfen dann einige noch neugierige Blicke in die Freie Auenwaldschule (bekanntlich maßgeblich von Nadine und Georg aus der Gemeinschaft ins Leben gerufen) und waren bass erstaunt, was für ein heller, warmer Klassenraum aus dem einst von Trockenbauwänden zerstückelten und lange vernachlässigten Gebäudeteil „gezaubert“ worden ist…

Viel zu sehen gab es dann auch auf unserem Fest im Café: Ursel und Reinhard hatten Bilder und Filme zur Rückschau auf eine (selbstgemachte) Kinderzirkus-Aufführung, unser gemeinsames Arbeiten im vergangenen Jahr, unser Singen, Tanzen und Feiern mitgebracht. Und dann gab es noch einmal Bilder der besonderen Art: Jede und jeder aus der Gemeinschaft war nämlich im Vorfeld gerufen, ein Kinderbild von sich abzugeben. Aus den gesammelten Bildern machten Jürgen und Kathrin das Ratespiel „Wie gut kennst du deine Gemeinschaft?“ Da war Katharina, heute fast 90, im zarten Alter von drei Jahren zu sehen, Jürgen führte sein erstes Fahrzeug vor – ein Dreirad, und Marita schob noch ihren (eigenen) Kinderwagen… Erstaunlich war, dass wir uns alle wirklich ziemlich schnell erkannt hatten.

Besonders schön zum Abschluss: Brigitte als eine der Jahnishausen-Gründerinnen las den Kindern noch aus dem Anti-Struwwelpeter vor – generationsübergreifender geht es nicht!

Neuer Holzhackschnitzel-Heizkessel für unser Nahwärmenetz

Nach über 20 Jahren sollte der alte Kessel ersetzt werden, auch um zukünftig möglicherweise höheren Bedarf abdecken zu können.

Bereits die Anlieferung war ein Abenteuer: der LKW hatte weder Gabelstapler noch Hubladefläche – und der Kessel wiegt 1,3 Tonnen! Die Baustoffhandlung im Nachbardorf konnte ihn entladen und dort wurde er bis zur Montage geparkt. Kosten: eine Kiste frisch gepresster Apfelsaft aus der Gemeinschaft. Leander und Ramona hatten die Verantwortung für die Heizungsanlage übernommen und organisierten den Einbau. René, unser Hackschnitzellieferant und sein Freund, Metallbauer Marco meisterten die Versenkung im Heizkeller, obwohl sich beim ersten Versuch der Stahlträger verbogen hatte. Die Leistung des Kessels reicht aus, um zukünftig auch den Gebäudetrakt Gutshaus mit Wärme zu versorgen.

Wege zueinander – Supervision

(Ein Blick durchs Schlüsselloch)

Mindestens zweimal im Jahr gehen wir als Gemeinschaft „in Klausur“: Mit Hilfe von Super-visorinnen und Supervisoren werfen wir einen Blick auf die Prozesse, die sich in unserer Gemeinschaft abspielen, auf unsere Beziehungsgefüge, auf Dinge, die nicht ausgesprochen sind und doch unausgesprochen ihre Wirkung tun…

Selbstverständlich bleiben wir an diesen jeweils drei Tagen unter uns, denn ein geschützter Raum ist die Voraussetzung dafür, sich füreinander öffnen zu können, gemeinsam hinter die Dinge zu schauen, die uns antreiben, die unser Reden und Tun bestimmen.

Dennoch sei einmal ein kleiner Einblick gewährt in diesen besonderen Begegnungsraum – schon deshalb, um klar von uns mitzuteilen, dass nicht wenig von dem, was Gäste bei uns als harmonisches Miteinander und verlässliches Funktionieren erleben, immer wieder gemeinsam erarbeitet werden muss. Kein Status Quo währt über Jahre – und das ist auch gut so, denn wir empfinden uns als ein lebendiges System. Und es hält enorm lebendig, Dinge immer wieder neu miteinander auszubalancieren… (Zugegeben, manchmal ermüdet es auch – trotzdem!)

Womit wir quasi schon beim Thema der letzten Supervision sind. Ausgangspunkt war der Umstand, dass eine vierköpfige Planungsgruppe, die sich im Auftrag der Gemeinschaft schon seit drei Jahren zielstrebig und sehr transparent mit dem Ausbau des Gutshauses Mitte befasste, ihre Arbeit niedergelegt hat. Grund war, dass einige Gemeinschaftsmitglieder kurz vor dem Einreichen des Bauantrags für einen alternativen architektonischen Entwurf plädierten und damit aus ihrer Sicht günstigere Finanzierungsmodelle ins Spiel brachten. Ein anderer Teil der Gruppe war dafür, mit dem Begonnen wie beschlossen fortzusetzen. Beide wollen das Beste für die Gemeinschaft. Wie mit der Situation umgehen? Wie weiter?

Mit Achim und Ina, die lange Jahre im ZEGG gelebt haben und denen quasi keine noch so vertrackte Gruppensituation unbekannt ist, haben wir im Moment zwei Supervisoren, deren „Werkzeugkasten“ zur Lösung (oder wenigstens Bewusstmachung) gruppendynamischer Prozesse ziemlich unerschöpflich scheint. Ein kleiner Einblick: In Vierergruppen teilten wir einander mit, wie wir ganz persönlich den Konflikt und seine Eskalation sehen; im Forum wurde deutlich, wieviel Enttäuschung und Verletzung im Raum war, aber auch das Bedürfnis nach persönlicher wie gemeinschaftlicher Sicherheit. In Zweiergesprächen waren wir aufgefordert, einen Groll in uns mitzuteilen, den wir anschließend jede/r für sich im Freien symbolisch beerdigten. Eine systemische Aufstellung befasste sich mit dem Verhältnis der Gemeinschaft zur Gesamtheit aller unterschwelligen Gefühle, Bedürfnisse und Haltungen – zum sogenannten „Eisberg“. Gemeint ist damit die berühmte Spitze des Eisbergs – der sichtbare Teil unseres Bewusstseins -, der im Meer unter sich den weitaus größeren Teil unserer Beweggründe – unser Unterbewusstes – mit sich führt.

Die Aufforderung, die sich daraus ergibt, ist nicht neu – und doch muss sie immer wieder erneuert werden: Einander wirklich kennen und sehen zu lernen. Einander nicht auf unsere Rollen zu reduzieren, sondern im Mitgefühl füreinander zu bleiben, immer wieder zur Herzensebene zurückzukehren. Wenigstens, es zu versuchen. Und dabei gemeinsam zu erkunden: Was stärkt uns als Gemeinschaft? „Erkennen ist beteiligtes Schauen“, gaben uns unsere Supervisoren mit auf den Weg.

Wir wollen dranbleiben. Im Plenum nach der „Suvi“ gab es diverse Ideen, wie wir die vorsichtig begangenen Wege zueinander nun fortsetzen können – sei es beim großen Thema Geld, sei es in Fragen traumasensibeler Kommunikation, sei es beim Betrachten unserer Entscheidungs-procedere oder durch monatliche Subbotniks. Und eigentlich passt ans Ende dieses kleinen Exkurses nichts besser als ein wunderbarer Liedtext von Heinz Rudolf Kunze: „Wir geh´n unsre eigenen Wege – ein Ende ist nicht abzusehen – eigene Wege sind schwer zu beschreiben – sie entstehen ja erst beim Geh´n“.

Wenn Ihr mitkommen wollt, bringt Geduld mit. Viel Geduld.

Academia Dantesca Jahnishausen – Tag des offenen Denkmals

An diesem 14. September wurden die etwa 160 BesucherInnen von im Stil des 19. Jahrhunderts verkleideten Gemeinschaftsmitgliedern empfangen. Man konnte König Johann von Sachsen in seinem Studierzimmer im Dachgeschoß besuchen, seine Schwester Amalie las im Saal aus Tagebüchern, gelehrte Mitglieder seiner Academia Dantesca erklärten den Gästen den spätgotischen Dachstuhl und zwischendurch tauchte immer wieder auch Prinzessin Frido von Jahnishausen auf. Zwei Hofdamen spielten zeitgenössische Musik im zukünftigen großen Saal.

Seit 2017 ist das Schloss Sanierungs-Baustelle, mit der Probeöffnung des „Schlosscafés Amalie“ hatten die Gäste einen kleinen Eindruck vom künftigen Schlossleben.

Ende Oktober kam auch der lang erwartete Förderbescheid für die nächste Bauphase. Im neuen Jahr geht es weiter.

Apfelsturm mit Schneegestöber

Die Qualität unseres Mittagessens ist Legende. Nicht nur, dass Gemüse und Obst während der Saison – von Gärtnerin Ullio liebevoll aufgezogen und permakulturell gepflegt – direkt aus unserem Garten in die Küche kommen. Und was wir nicht selbst produzieren, liefert eine große Biogärtnerei in der Region. Von Montag bis Samstag kochen täglich verschiedene Frauen und Männer ehrenamtlich für 25 bis 40 Gemeinschaftsmenschen und Gäste. Manche Teams haben Spaß, etwas nicht Alltägliches auf den Tisch zu bringen. So auch an einem stürmisch kalten und grauen Novembertag, an dem in einem Küchen-Brainstorming für den Nachtisch der passende Titel kreiert wurde: „Apfelsturm mit Schneegestöber“ – Du nimmst 1 kg geraspelte Äpfel, 1/2 l Apfelsaft, 50g Puddingpulver, 3 Eigelb, 2 EL Zimtzucker oder mehr und lässt es zusammen kochen. Immer schön rühren, damit es nicht anbrennt. Das Eiweiß zu Eischnee steif schlagen und unter die etwas abgekühlte Apfelmasse heben. Noch etwa eine Stunde stehen lassen, damit es fest wird. Guten Appetit und herzlichen Gruß von Antje.

Lebe wohl, Hella

Anfang November, nur wenige Tage vor ihrem 82. Geburtstag, ist Hella von uns gegangen. Sie starb, wie sie sterben wollte – in ihrem Zuhause, in ihrem Bett. Gewiss, wir waren darauf gefasst, liebe Hella. Es war zu merken, dass Dir Dein Alltag immer schwerer fiel. Und gerade im Sommer hattest Du Dich schon sehr zurückgezogen. Um dann aber doch noch einmal aufzuleben: Du kamst zum Qigong, Du kümmertest Dich um die Küchenwäsche, sogar noch um Frühstück für die Gemeinschaft. Und so kam Dein Tod dann doch etwas plötzlich.

Schon 2008 zog Hella, ursprünglich aus Westberlin stammend, in die Gemeinschaft und eröffnete als Psychologin hier ihre Praxis. Viele systemische Aufstellungen leitete sie hier lange Jahre an. Sehr engagiert war sie als Deutsch-Lehrerin, als die ersten Asylsuchenden in Deutschland und auch im Gut in Jahnishausen ankamen. Kontakte, die sie auch weiter pflegte. Sie baute mit an der Falknerei und unterstützte auch finanziell großzügig den Wiederaufbau unserer Häuser, der Gemeinschafts- und Wohnräume. Als die Gärten auf dem sogenannten Neuland dazu kamen, war Hella noch tatkräftig mit von der Partie. Mit ihrem manchmal arg ironischen Berliner Humor hatten es nicht alle leicht. Doch wenn Gespräche in die Tiefe gingen, merkte man, wie interessiert, belesen und weit gereist sie in ihrem Leben war. Bis nach China hatten ihre Reisen sie noch einmal geführt. Und manch schönes Fleckchen bereiste sie dann auch noch gemeinsam mit ihren Freunden aus der Gemeinschaft in ihrer Wahlheimat Ostdeutschland.

Danke für alles, Hella. Wie schön, dass wir noch so viele Jahre miteinander teilen konnten.

Winter-Ruhe in Jahnishausen

Seit Ende Oktober ist der Gästebereich geschlossen. Unser Alltag ist nun ‚viel ruhiger‘. Jeden Morgen gemeinsames Frühstück ab acht Uhr, täglich außer Sonntag gemeinsames Mittagessen, täglich außer sonntags halb acht stille Meditation. Montagnachmittag Plenum im wöchentlichen Wechsel mit Zweigen. Dienstagnachmittag Singkreis, abends Feldenkrais. Mittwochnachmittag Qigong, Sitzung der Geschäftsführung, abends Orga im wöchentlichen Wechsel mit Gemeinschaftsabend. Donnerstagfrüh Yoga, nachmittags Plenum-Vorbereitungsgruppe, abends Männergruppe und parallel dazu Doppelkopf-Turnier der Frauen. Sonntagabend oft Kinoabend. Echt entspannt – aber alles freiwillig.

Vorschau: Erster Qigong-Sommer im Gut Jahnishausen

Eine gute Gelegenheit, Jahnishausen vom 23. bis 26. Juli 2026 einmal anders kennenzulernen. Qigong ist ein ursprünglicher Bestandteil der Chinesischen Medizin und eine wirksame Methode der Gesunderhaltung im ganzheitlichen Sinn. Menschen aller Altersstufen können Qigong praktizieren. Ein abwechslungsreiches Programm mit Übungen, Meditationen, Ausflügen und entspanntem Miteinander versprechen erlebnisreiche Tage. Bis Ende März 2026 gibt es einen Frühbucherrabatt auf den Kursbeitrag. Gerhard Bächer praktiziert seit 25 Jahren Qigong und Taiji, ist anerkannter Qigong-Lehrer und –Ausbilder und lebt seit 2024 in Jahnishausen.

Übernachtung in einfachen Zimmern, mit Zelt oder Wohnmobil; vegetarische Vollverpflegung. Kontakt und Infos: es-tao@web.de oder 0176 4889 2712; www.eastside-tao.de

Termine

Ab März 2026 freuen wir uns wieder auf Interessierte BesucherInnen.

Hier die Info-Wochenend-Termine bis Sommer 2026: 08.05.2026 um 17:00 Uhr – 10.05.2026 um 13:00 Uhr; 19.06.2026 um 17:00 Uhr – 21.06.2026 um 13:00 Uhr; 07.08.2026 um 17:00 Uhr – 09.08.2026 um 13:00 Uhr

Offene Samstage, jeweils 14:00 Uhr – 18:00 Uhr: 21.03.2026 / 25.04.2026 / 16.05.2026 /

Herzlich willkommen!